Sternbilder zeigen mit dem Laserpointer: Anleitung und Himmelstouren für jede Jahreszeit
Mit einem grünen Laserpointer zeigen Sie Familie und Freunden den Sternenhimmel. Wir erklären, wie es funktioniert, wann die Bedingungen am besten sind und welche Sternbilder Sie in welcher Jahreszeit finden.

Ein klarer Abend, eine Decke im Garten, und jemand fragt: „Wo ist eigentlich der Große Wagen?“ Wer jetzt mit dem ausgestreckten Arm in den Himmel zeigt, erntet meist ratlose Blicke. Mit einem grünen Laserpointer ist das anders: Eine feine grüne Linie führt alle Blicke genau zum gemeinten Stern. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Sternbilder mit dem Laserpointer zeigen, wann es am besten funktioniert und welche Himmelstouren sich zu jeder Jahreszeit lohnen.
So funktioniert das Sterne zeigen mit dem Laser
Der Laser erreicht natürlich keinen Stern. Sichtbar wird der Strahl selbst: Ein winziger Teil des Lichts wird an Staubteilchen und Wassertröpfchen in der Luft gestreut und gelangt so in die Augen der Umstehenden. Es entsteht eine scheinbar endlose Linie, die am Stern zu enden scheint.
Bei Laserpointern der Klasse 2 ist dieser Effekt schwach. Er funktioniert nur mit grünem Licht und nur unter guten Bedingungen. Rot und Violett erscheinen dem Auge zu dunkel.
Die besten Bedingungen
- Dunkelheit: Je weniger Streulicht, desto besser. Ein Garten am Ortsrand oder ein Feldweg ist ideal, eine beleuchtete Innenstadt schwierig.
- Feuchte Luft: Leichte Feuchtigkeit macht den Strahl sichtbarer. Spätsommer- und Herbstabende sind oft ideal; sehr trockene, eiskalte Winternächte weniger.
- Kein Mond: Ein heller Vollmond hellt den Himmel auf. Die Tage um Neumond sind am besten.
- Dunkeladaption: Geben Sie den Augen 15 bis 20 Minuten Zeit. Vermeiden Sie in dieser Zeit helle Handydisplays.
Der Einstieg: vom Großen Wagen zum Polarstern
Der Große Wagen ist das ganze Jahr über am Himmel Mitteleuropas zu sehen und der ideale Startpunkt. Zeigen Sie zuerst die sieben hellen Sterne, die den Wagen bilden. Dann verlängern Sie mit dem Laser die Verbindungslinie der beiden hinteren Kastensterne etwa um das Fünffache – und landen beim Polarstern, dem Ende der Deichsel des Kleinen Wagens. Er zeigt fast genau nach Norden. Diese Übung beeindruckt Kinder wie Erwachsene gleichermaßen.
Himmelstouren für jede Jahreszeit
Frühling: Löwe und der Bogen zum Arktur
Der Große Wagen steht hoch am Himmel. Folgen Sie dem Bogen seiner Deichsel und verlängern Sie ihn: Sie erreichen den hellen, orangefarbenen Arktur im Bootes. Im Süden zeigt sich der Löwe mit seinem hellsten Stern Regulus – an der Form eines rückwärts geschriebenen Fragezeichens zu erkennen.
Sommer: das Sommerdreieck
Drei helle Sterne bilden ein großes Dreieck: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Unter dunklem Himmel zieht die Milchstraße mitten hindurch. Mit dem Laser verbinden Sie die drei Sterne und zeichnen anschließend das Kreuz des Schwans nach, der entlang der Milchstraße fliegt.
Herbst: Pegasus, Andromeda und Kassiopeia
Das große Herbstviereck des Pegasus ist leicht zu finden. Von seiner linken oberen Ecke aus zieht sich eine Sternenkette zur Andromeda. Mit etwas Übung zeigen Sie die Stelle, an der die Andromedagalaxie als schwaches Nebelfleckchen zu erahnen ist. Hoch im Norden steht das markante „W“ der Kassiopeia.
Winter: Orion und seine Nachbarn
Der Winterhimmel ist der hellste des Jahres. Orion mit den drei Gürtelsternen ist unverkennbar. Verlängern Sie die Gürtellinie nach links unten – Sie treffen auf Sirius, den hellsten Stern am Nachthimmel. Nach rechts oben führt die Linie zu Aldebaran im Stier und weiter zu den Plejaden. Darüber stehen die Zwillinge Kastor und Pollux.
Tipps für Führungen mit Gruppen
- Den Laser ruhig halten: Stützen Sie den Ellbogen ab. Die Linie verrät jedes Zittern.
- Nur beim Erklären einschalten: Ein dauernd leuchtender Strahl stört andere Beobachter und Fotografen.
- Steil nach oben zeigen: Den Laser auf Schulterhöhe halten und nie flach über die Gruppe schwenken.
- Die Gruppe hinter sich: Stellen Sie sich so, dass alle in Strahlrichtung blicken und niemand vor Ihnen steht.
- Erst zeigen, dann erzählen: Lassen Sie den Strahl kurz stehen, bis alle den Stern gefunden haben.
Welcher Laserpointer eignet sich?
- G3 Pro: unser meistgekauftes grünes Modell mit 18650-Akku – gut für lange Nächte. Mit zwei Sicherheitsschlüsseln, wenn der Laser im Verein von mehreren genutzt wird.
- G1 Pro: gleiche Ausstattung, plus abnehmbare Musterlinse.
- X1: leichter grüner Stift mit AAA-Batterien für den spontanen Blick nach oben.
Mehr zum Thema auf unserer Seite Laserpointer für Astronomie.
Die wichtigste Regel: Luftfahrzeuge haben Vorrang
Richten Sie den Laser niemals auf Flugzeuge, Hubschrauber oder Drohnen. Auch ein schwacher Laser kann im Cockpit gefährlich blenden – und das Blenden von Luftfahrzeugen ist eine Straftat. Achten Sie auf Positionslichter und schalten Sie sofort aus, wenn sich etwas in Richtung Ihres Strahls bewegt. In der Nähe von Flughäfen und Flugplätzen verzichten Sie ganz auf den Laser. Leuchten Sie außerdem nie Menschen oder Tieren in die Augen. Alle Regeln unter Sicherheit von Laserpointern.
Was Sie außerdem zeigen können
- Planeten: Helle „Sterne“, die nicht funkeln und entlang der Tierkreis-Sternbilder stehen, sind oft Planeten wie Jupiter oder Venus.
- Die Milchstraße: Unter dunklem Himmel im Sommer und Herbst zeichnen Sie ihren Verlauf vom Schwan bis zum Schützen nach.
- Sternfarben: Zeigen Sie den Unterschied zwischen orangefarbenem Arktur oder Beteigeuze und bläulich weißer Wega oder Rigel.
- Die Internationale Raumstation: Zeigen Sie nicht direkt darauf, sondern auf einen Stern in der Nähe ihrer Bahn – so wissen alle, wo sie gleich erscheint.
Eine drehbare Sternkarte oder eine Astronomie-App mit Rotlichtmodus hilft bei der Vorbereitung. Planen Sie Ihre Tour vorab: drei bis fünf Objekte reichen für einen gelungenen Abend, damit niemand friert oder die Geduld verliert.
Fazit
Mit einem grünen Laserpointer wird aus „irgendwo da oben“ ein klares „genau dort“. Dunkle, leicht feuchte Nächte ohne Mond bieten die besten Bedingungen. Beginnen Sie mit dem Großen Wagen und dem Polarstern und erweitern Sie Ihre Himmelstour mit den Jahreszeiten. Mit Rücksicht auf Luftverkehr und Mitbeobachter wird jeder Abend unter dem Sternenhimmel zum Erlebnis.

