Tauben vertreiben mit Laserpointer: Anleitung für Balkon, Dach und Hof
Tauben auf dem Balkon oder Dach? So vertreiben Sie Stadttauben mit einem grünen Laserpointer – Schritt für Schritt, mit den richtigen Zeiten, typischen Fehlern und den Regeln, die Sie kennen sollten.

Gurren am frühen Morgen, Kot auf dem Balkongeländer, Nester in der Dachrinne: Wer Tauben am Haus hat, sucht nach einer Lösung, die wirkt, nichts kaputt macht und den Tieren nicht schadet. Ein grüner Laserpointer ist eine solche Lösung – wenn man weiß, wie man ihn einsetzt. In diesem Ratgeber lesen Sie, wie Sie Tauben mit einem Laserpointer vertreiben, warum der Zeitpunkt so wichtig ist und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Warum Tauben so hartnäckig sind
Stadttauben stammen von Felsentauben ab. Für sie sind Hausfassaden, Balkone und Dachvorsprünge nichts anderes als Felsnischen. Haben sie einen guten Platz gefunden, kehren sie jeden Abend zurück – Tauben sind ausgesprochen standorttreu. Genau hier setzt der Laser an: Sie machen den Platz unattraktiv, bevor sich die Tiere dauerhaft niederlassen. Je früher Sie beginnen, desto leichter gelingt es. Ein Paar, das bereits brütet, lässt sich deutlich schwerer vertreiben als ein Trupp, der gerade einen neuen Schlafplatz ausprobiert.
Wie der Laser auf Tauben wirkt
Ein schnell wandernder, heller Lichtpunkt wird von Tauben als mögliche Gefahr wahrgenommen. Er taucht plötzlich auf, bewegt sich auf sie zu und lässt sich nicht einordnen. Die Tauben fliegen auf und suchen sich einen ruhigeren Ort. Wichtig: Sie richten den Laser dabei nicht auf die Tiere, sondern auf den Untergrund in ihrer Nähe – das Geländer, den Dachfirst, die Fensterbank gegenüber. Die Bewegung des Punktes reicht aus.
Am wirksamsten ist das in der Dämmerung. Tagsüber ist ein Laserpointer der Klasse 2 auf sonnigen Flächen kaum zu sehen, für Tauben ebenso wenig wie für Sie. Sobald das Licht nachlässt, hebt sich der grüne Punkt deutlich ab. Als Richtwert sehen Sie ihn in der Dämmerung bis ca. 300 m weit – mehr als genug für Balkon, Innenhof oder das Nachbardach.
Schritt für Schritt: Tauben vertreiben mit dem Laserpointer
- Beobachten: Wann kommen die Tauben, wo lassen sie sich nieder? Meist gibt es feste Zeiten am Abend, an denen sie ihren Schlafplatz anfliegen.
- Rechtzeitig bereitstehen: Seien Sie zur Dämmerung auf dem Balkon oder am Fenster. Der beste Moment ist, wenn die ersten Tauben landen – bevor sich der ganze Trupp versammelt hat.
- Punkt neben die Tauben setzen: Richten Sie den Laser einen bis zwei Meter neben die Tauben auf eine Fläche.
- Ruhig heranführen: Führen Sie den Punkt gleichmäßig auf die Tauben zu und an ihnen vorbei. Nicht zappeln, nicht kreisen – eine ruhige, zielgerichtete Bewegung wirkt bedrohlicher.
- Ausschalten, wenn sie wegfliegen: Sobald die Tauben auffliegen, ist der Zweck erfüllt. Laser aus.
- Wiederholen: Machen Sie das an mehreren Abenden hintereinander, ideal eine bis zwei Wochen lang. Tauben lernen, dass der Platz unruhig ist, und suchen sich einen neuen.
Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Nur tagsüber probieren: Bei Sonne bleibt der Punkt fast unsichtbar. Die Dämmerung ist Ihr Zeitfenster.
- Direkt auf die Tauben zielen: Das ist nicht nur unnötig, sondern kann die Augen der Tiere schädigen. Zielen Sie immer auf den Untergrund.
- Nach zwei Abenden aufgeben: Ausdauer ist der wichtigste Faktor. Tauben kommen wieder, bis sie gelernt haben, dass der Platz nicht sicher ist.
- Futterquellen übersehen: Wer im Hof Vogelfutter auslegt oder offene Mülltonnen stehen hat, lockt die Tauben immer wieder an.
- Rote Laser verwenden: Rot ist für das Auge deutlich dunkler als Grün. Für die Taubenabwehr nehmen Sie Grün.
Den Laser mit anderen Maßnahmen kombinieren
Ein Laserpointer ist am wirksamsten, wenn der Platz auch sonst wenig zu bieten hat:
- Nicht füttern: In vielen Städten ist das Füttern von Tauben ohnehin verboten. Auch Krümel auf dem Balkontisch locken an.
- Nischen schließen: Lücken unter Dachziegeln, hinter Rollladenkästen oder in Blumenkästen sind beliebte Nistplätze. Abdecken, bevor ein Nest entsteht.
- Kot regelmäßig entfernen: Ein sauberer Platz wirkt weniger einladend. Tragen Sie dabei Handschuhe.
- Netze oder Spikes: Bei Dauerproblemen sind bauliche Lösungen sinnvoll – bei Mietwohnungen nach Absprache mit der Hausverwaltung.
Welcher Laserpointer eignet sich gegen Tauben?
Grundsätzlich jeder grüne Laserpointer der Klasse 2. Welches Modell zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie oft Sie ihn nutzen:
- G3 Pro: unser meistgekauftes Modell. Akku statt Batterien – ideal, wenn Sie zwei Wochen lang jeden Abend vertreiben. Zwei Sicherheitsschlüssel, falls Kinder im Haus sind.
- G2 Pro: kompakt mit Akku, liegt griffbereit auf der Fensterbank oder in der Jackentasche.
- X1: schlanker Stift mit AAA-Batterien – für gelegentliche Einsätze.
Eine Übersicht aller Vogelarten und Einsatzorte finden Sie auf unserer Seite Vögel vertreiben mit Laser. Für Krähen und Elstern gelten etwas andere Regeln – mehr dazu im Beitrag Krähen und Elstern vertreiben.
Was Sie rechtlich und aus Rücksicht beachten sollten
Tauben fallen wie alle Tiere unter den Tierschutz. Mit dem Laser vertreiben Sie die Tiere, ohne sie zu verletzen – solange Sie nicht auf sie zielen. Nester mit Eiern oder Jungtieren sollten Sie nicht eigenmächtig entfernen; im Zweifel fragen Sie bei der Hausverwaltung oder beim Ordnungsamt nach, wie vor Ort damit umgegangen wird.
Wichtig ist auch die Rücksicht auf Nachbarn und Verkehr:
- Nie auf Fenster, Balkone oder Personen in der Nachbarschaft leuchten.
- Nie auf die Straße, auf Autos, Busse oder Radfahrer.
- Nie in den Himmel, wenn Flugzeuge, Hubschrauber oder Drohnen in der Nähe sind.
- Glasflächen und Spiegel meiden: Reflexionen lenken den Strahl unkontrolliert ab.
Laserpointer der Klasse 2 sind für Verbraucher erlaubt. Verboten ist der Missbrauch, etwa das Blenden von Menschen. Mehr dazu unter Ist ein grüner Laserpointer verboten? und auf unserer Seite Sicherheit von Laserpointern.
Fazit
Mit einem grünen Laserpointer vertreiben Sie Tauben leise, ohne Montage und ohne den Tieren zu schaden. Entscheidend sind drei Dinge: der richtige Zeitpunkt in der Dämmerung, der Punkt auf dem Untergrund statt auf den Tieren und Ausdauer über mehrere Abende. Kombiniert mit ein paar einfachen Maßnahmen gegen Futter und Nistplätze wird Ihr Balkon schnell wieder Ihrer.


